Kristian

Mein Leben vor Jesus

 

Ich bin in einer nicht christlichen Familie aufgewachsen, wuchs behütet und mit sehr viel Liebe auf. Wenn meine Schwester und ich mal Mist gebaut haben, wurden wir darauf hingewiesen und bekamen auch mal Ärger. Meine Eltern setzten den Schwerpunkt der Erziehung aber eher darauf, uns Barmherzigkeit beizubringen und waren uns ein festes Fundament. Ich hatte eine wirklich schöne Kindheit, denke gern daran zurück und danke Gott sehr dafür.

 

In der Grundschule hörte ich zum ersten Mal von Gott, damals war unser örtlicher Pastor mein Religionslehrer. Eine richtige Beziehung zu Gott hatte ich jedoch nie, ich wusste nicht, wozu das gut sein sollte, es ging mir ja gut. Mit 14 Jahren besuchte ich den Konfirmandenunterricht, aber eigentlich nur, weil es alle gemacht haben und ich wusste, dass es am Ende viel Geld bringen würde. Gott spielte da keine Rolle.

 

Ich erinnere mich daran, dass ich mein erstes Gebet sprach und für eine 3 im Deutschaufsatz bat, weil ich Angst hatte eine 5 zu bekommen. Als ich tatsächlich eine 3 bekam, dachte ich mir nur: Ok, Zufall - und habe nicht weiter darüber nachgedacht. Mein Leben ging weiter ohne Gott, denn ich dachte immer noch, dass ich alles aus mir heraus geschafft habe.

 

Mit 15/ 16 Jahren kam ich in eine Phase, in der ich anfing, alles Mögliche auszuprobieren. Mit Alkohol fing alles an; ich trank regelmäßig mit meinen Freunden und dann so viel, dass ich mich an nichts mehr erinnern konnte. Es war eine sehr extreme Zeit, in der ich auch mit Drogen viel erlebte. In diesem Zeitraum bin ich mit damaligen Freunden in die Graffitiszene eingetaucht. Wir waren nachts ständig unterwegs und haben unser Unwesen getrieben. Obwohl ich damals genau wusste, dass es falsch war, was ich tat, entschied ich mich gegen das Richtige. Der Nervenkitzel und das Verbotene waren einfach zu verlockend.

 

Dann kam der Tag, an dem ich von der Polizei gefasst wurde. Sie erwischten mich nicht einmal auf frischer Tat, sondern bei einer Verkehrskontrolle in meinem damaligen Auto, das vollgepackt war mit Spraydosen. Zudem fanden Sie auch noch Beweisfotos und Videos, auf denen ich sprayte. Die Polizisten übten bei meiner Vernehmung, mehr und mehr Druck auf mich aus. Mein Gewissen wurde immer lauter und plagte mich, es schrie in meinem Kopf: Sag die Wahrheit und es wird dir besser gehen! Ich gab dem nach und erzählte die ganze Wahrheit, wurde verurteilt und bekam eine Bewährungsstrafe. Nach meiner Aussage bei der Polizei, drohten meine damaligen Freunde damit, mir oder meiner Familie etwas anzutun und zerstachen sogar meine Autoreifen. Es kam eine Situation, in der wir aufeinander trafen und sie mich verprügeln wollten. Ich danke Gott für seinen Schutz, denn er gab mir die richtigen Worte und ich bin da irgendwie heile rausgekommen. Danach bin ich aus diesen Kreisen komplett ausgetreten und konnte neu anfangen. Preist den Herrn!

 

2011 führte Gott die Wege meiner jetzigen Frau Carolin und mir zusammen. Wir kannten uns schon von Kind auf an, da wir zusammen auf der gleichen Straße aufgewachsen sind. Es war immer wie ein geschwisterliches Verhältnis gewesen, doch Gott hatte einen anderen Plan für uns. Er schenkte uns ein fundamentales Vertrauen ineinander, sodass wir uns alles erzählen konnten und spürten, dass wir in einander den Partner fürs Leben gefunden hatten. Wir wussten beide, dass wir nie wieder auseinander gehen würden. Ein unbeschreibliches Gefühl!

Zu der Zeit war Carolin stark depressiv und es kamen viele schwere Zeiten auf uns zu. Wir dachten nach vielen Jahren, dass wir ihre Depressionen im Griff hatten, doch das war nicht der Fall. Es kam wieder ein Tag, an dem es ihr sehr schlecht ging und ich spürte förmlich, wie es sie innerlich zerriss. Sie fragte mich, was sie tun soll und ich sagte: ,,Schatz, da kann dir nur noch Gott helfen, ich kann es nicht mehr." Diesen Satz aus meinem Mund zu hören, war für mich unglaublich. Schließlich hatte ich nichts mit Gott zu tun. 

 

Ihr müsst wissen, dass wir regelmäßig zum Hauskreis bei Freunden gingen und ich alles daran gesetzt habe, dem Hauskreisleiter viele Fragen zu stellen und Fehler in der Bibel oder an Christen zu finden. Ich war richtig extrem und hatte immer wieder irgendwas einzuwenden. Doch immer, wenn ich irgendwas anzuzweifeln hatte oder etwas zu widerlegen versuchte, hat das Wort Gottes die Wahrheit gesprochen. Es gab viele Ereignisse, die mein Herz und meine Sichtweise verändert haben: Gespräche mit Christen auf der Arbeit, im Hauskreis oder der Gemeinde. Der Samen in mir wurde gepflanzt, keimte und wuchs heran, ohne dass ich es wollte oder etwas dafür tat.

 

 

Meine Umkehr zu Gott

 

Die ganze Zeit über bat ich Gott um ein Zeichen, das bezeugte, dass es ihn gibt und merkte nicht, dass es direkt vor meiner Nase war. Meine Frau. Nachdem Sie an jenem Abend das Übergabegebet gesprochen hatte, war sie wie ausgewechselt und ich konnte es nicht begreifen. Ich habe versucht es zu verstehen und dachte mir: mal sehen, wie lange es dieses Mal anhält. Aber es es gab nichts Vergleichbares, sie war und ist geheilt! Trotzdem dachte ich mir: Nee, ich brauche das nicht. Ist ja schön, wenn es den anderen hilft, aber mir geht es doch gut! Einige Zeit später habe ich gemerkt, wie viel Kraft mir der Hauskreis gab und wie ich in ein geistliches Loch fiel, wenn er längere Zeit ausfiel. Dennoch wollte ich den Schritt der Bekehrung nicht wagen, weil die Meinung mancher Christen nicht meiner Einstellung entsprach. Ich suchte bei der Gemeindeleitung nach Antworten, ohne mein Problem näher zu schildern und bekam ein Video zugeschickt. Dieses Video schaute ich mir erst ganze zwei Wochen später an. Den Tag werde ich nie vergessen!

 

Ich lag im Bett und schaute mir das Video an, es ging um das babylonische System und noch andere Dinge. Dieses Video hat einfach alle meine Vorurteile, Fragen und Probleme aus dem Weg geräumt. Ich war völlig verwirrt und hatte Kopfschmerzen, sodass ich um 22:30 Uhr noch eine Runde spazieren gehen musste. Draußen traf ich unseren Hauskreisleiter, mit dem ich nochmal kurz sprach. Was er sagte, verwirrte mich noch mehr. Ich schrieb David J. direkt danach eine WhatsApp und bat ihn um ein Gespräch für den morgigen Tat.

 

In der Nacht versuchte ich das Übergabegebet zu sprechen, mein Brustkorb fühlte sich an, als würde er gleich vor Freude explodieren. Ich brach in letzter Sekunde ab, weil ich es mit der Angst zu tun bekam und schlief ein. Am nächsten Tag gingen wir zum Gottesdienst, ich hatte immer noch Kopfschmerzen und war voller Vorfreude mit David zu sprechen, um endlich meine Gedanken teilen zu können. Vor und nach dem Gottesdienst ergab sich jedoch keine Möglichkeit für ein richtiges Gespräch mit ihm und so lud er uns zum Mittag zu sich nach Hause ein. So machten wir es. Während wir redeten und ich meine Fragen stellte, merkte ich, wie ich mir die Fragen selber beantwortete.

Da war mir plötzlich klar: Ich werde mich bekehren! 

Der Entschluss stand fest, doch ich sagte niemandem etwas davon. Ich dachte mir: wenn Carolin und die anderen bei der Mitgliederversammlung sind, bekehre ich mich still und heimlich zu Hause.

 

Kaum war ich allein zu Hause, fing ich an Playstation zu spielen. Mit einem Kumpel sprach ich über Headset, wie es uns geht und so weiter. Nach einer Zeit fingen meine Augen an zu tränen und das Tränen wurde immer stärker. Auf einmal wurde es so stark, dass ich nichts mehr sehen konnte und ich alles ausmachen musste. Ich wusste: Gott ruft mich zu sich und ich muss mich jetzt entscheiden, für oder gegen ihn.

Im ganzen Haus schloss ich die Fenster und Jalousien und las ein paar mal das Übergabegebet aus der Hauskreismappe laut vor. Es fühlte sich schon sehr gut, aber noch nicht ganz vollzogen an. Immerhin tränten meine Augen nicht mehr und so wartete ich im Wohnzimmer auf meine Frau. Als sie kam frage ich: ,,Na Schatz, merkst du was?!"

Sie fragte: ,,Hast du dich bekehrt?"

Ich sagte: ,,Irgendwie schon, so halb. Ich hab es versucht, aber ich weiß nicht, ob es richtig war."

Sie riet mir: ,,Ruf am besten David an, der kann dir da mehr helfen als ich."

Gesagt getan, ich rief an, bekam aber keinen richtigen Satz heraus und somit fuhren wir zu ihm nach Hause. Das war schon eine Prüfung von Gott, ob ich es wirklich ernst meine, denn sie erwarteten bereits Besuch und ich wollte es ja eigentlich alleine machen. Ich war richtig aufgeregt.

 

Dort angekommen, ging ich mit David ins Wohnzimmer und er fragte mich, was ich mir wünschte und ich antwortete: ,,Frei sein." Also begannen wir, gemeinsam das Übergabegebet zu sprechen. Währenddessen kamen die anderen und ich geriet kurz in Stocken, wurde aber von Gott gefestigt und weiter geleitet. Danach war es so, als ob eine schwere Last von meinem Rücken genommen war. Nun Verstand ich endlich, was alle meinten, dieses Gefühl kann man mit absolut nichts vergleichen! Es war eine Erlösung, Halleluja. Unser Hauskreisleiter, der ebenfalls unter den Gästen war, betete noch einmal für mich und ich fühlte mich, als ob ich schweben würde. Ich konnte nicht begreifen, was da gerade passiert war und genoss den ganzen Abend lang, ruhig und seelig, Gottes Nähe.

 

 

Mein Leben mit Jesus

 

Seitdem wirkt Gott in meinem Leben. Er schenkt mir Ruhe, Kraft und noch mehr Frieden, als ich ihn je zuvor erlebt habe. Ich mache mir keine Gedanken mehr über die Arbeit und wie ich das alles schaffen soll.  Nie hätte ich gedacht, dass er mir noch mehr geben kann, als ich es aus meinem vorherigen Leben kannte. Ich bin noch entspannter, noch ruhiger und habe all meine Altlasten und Ängste von früher abgegeben. Jetzt weiß ich: Gott ist lebendig und wahrhaftig, gab seinen Sohn, Jesus Christus, damit ich leben und in alle Ewigkeit bei ihm sein kann - und Gott liebt mich - deshalb habe ich 2020 die Wassertaufe angenommen und lebe jeden Tag im Frieden und Vertrauen auf Gott.

 

Halleluja, preist den Herrn, unseren Gott!